Die ehemalige Wache vom Mausoleum

Dessauer Mausoleum

Gegendarstellung Wirtschaftsgebäude Schloss Georgium
Gegendarstellung zur angeblichen „Orangerie“ am Schloss Georgium
1. Anlass und Ziel dieser Dokumentation
Diese Gegendarstellung dient der sachlichen Richtigstellung der wiederholt verwendeten Bezeichnung eines Gebäudekomplexes am Schloss Georgium als „Orangerie“. Auf Grundlage von Familienfotos, Zeitzeugenwissen, handschriftlichen Skizzen sowie baulichen Merkmalen wird nachgewiesen, dass es sich dabei nicht um eine Orangerie, sondern um den Wirtschafts- und Hofbereich des Schlosses handelte.
Ziel ist es, eine historisch korrekte Einordnung zu ermöglichen und die bereits erfolgte Vernichtung bzw. Fehlinterpretation historischer Bausubstanz nachvollziehbar zu dokumentieren.
________________________________________
2. Struktur der Schlossanlage
Die Schlossanlage Georgium war klar zweigeteilt:
• Innerer Bereich: Schlosskern mit repräsentativen Funktionen
• Äußerer Bereich: Wirtschaftsareale, Reit- und Fahrwege
Zwischen diesen Bereichen bestanden bauliche Abgrenzungen (Mauern, Zäune, Tore). Die hier behandelten Gebäude lagen nicht im äußeren Schlosspark, sondern innerhalb der Umfriedung der Wirtschaftsgebäude.
________________________________________
3. Bauliche Funktionen des Gebäudekomplexes
Anhand der Skizzen und Fotografien lassen sich folgende eindeutig funktionale Nutzungen belegen:
1.

  1. Aschengrube
  2. 2. Kartoffelkeller / Luftschutzkeller
    3.
  3. Waschküche
  4. 4. Altes Tor (Wirtschaftstor)
    5.
  5. Pferdestall
  6. 6. Holz- und Kohleboxen
    Zusätzlich nachweisbar:

  • Kanalabdeckungen
  • Entwässerungsstrukturen
  • • massive Mauern ohne Glasfronten
    Diese Merkmale widersprechen eindeutig der Typologie einer Orangerie.
    ________________________________________
    4. Zeitzeugenfotos (1930er–1940er Jahre)
    Die vorliegenden Fotografien stammen aus Familienbesitz und zeigen den Bereich vor 1945. Abgebildet sind:
    • Kinder beim Spielen auf dem Hofpflaster
    • Wäschearbeit vor der Waschküche
    • Aufenthalte im Arbeitsbereich
    • Transport- und Lagerfunktionen
    Die abgebildeten Personen gehören zur Familie des Hoflakaien. Die Nutzung ist alltäglich, arbeitsbezogen und dauerhaft – nicht gärtnerisch-repräsentativ.
    ________________________________________
    5. Pflanzentransporte und mobile Nutzung
    Belegt ist der Transport von Pflanzen vom Schloss Georgium bis spätestens 1945 mittels Karre/Achse:
    • keine stationäre Überwinterung
    • keine bauliche Anpassung für Pflanzenhaltung
    • mobile, temporäre Nutzung
    Dies widerspricht dem Kernzweck einer Orangerie, die auf dauerhafte Unterbringung empfindlicher Pflanzen ausgelegt ist.
    ________________________________________
    6. Historische Fehlinterpretation
    Die spätere Bezeichnung als „Orangerie“ stellt eine nachträgliche Umdeutung dar, die:
    • nicht durch zeitgenössische Nutzung gedeckt ist
    • im Widerspruch zu Bauform und Infrastruktur steht
    • zur Vernichtung bzw. Entstellung historischer Wirtschaftsarchitektur geführt hat
    Es handelt sich somit nicht um Denkmalpflege, sondern um eine Fehlklassifizierung.
    ________________________________________
    7. Zusammenfassung
    Auf Grundlage der vorliegenden Beweise ist festzuhalten:
    Der betreffende Gebäudekomplex war Teil des Wirtschaftsbereichs des Schlosses Georgium und keine Orangerie.
    Diese Feststellung ist durch bauliche, fotografische und zeitzeugenschaftliche Quellen eindeutig belegt.
    ________________________________________
    8. Anlagen (empfohlen)
    • Beschriftete Fotodokumentation (vor 1945)
    • Handskizzen mit Funktionszuordnung
    • Vergleich: Orangerie vs. Wirtschaftsgebäude
    • Chronologische Übersicht der Nutzung
    ________________________________________
    Diese Dokumentation basiert auf Familienarchiv, Zeitzeugenwissen und eigener zeichnerischer Rekonstruktion.


    Bitte besuchen Sie diese Seite bald wieder. Vielen Dank für ihr Interesse!